Rezension

Paulo Coelho – Die Hexe von Portobello

Paulo Coelho - Die Hexe von Portobello

Athena ist eine moderne Hexe. Eine Hexe, für die die Welt noch nicht bereit ist. Eine Figur Paulo Coelhos, die sich – wie sollte es anders sein – in einer Selbstfindungsphase befindet, auf der Suche nach dem Sinn in ihrem Leben. Menschen aus Athenas Umfeld erzählen die Geschichte der Hexe von Portobello und berichten von ihren Begegnungen und Erfahrungen mit ihr.

Sherine Khalil ist der eigentliche Name der rumänischen Waisen, die von angesehenen, libanesischen Eltern adoptiert wird. Sie genießt eine gute Ausbildung und fängt an, in einer Bank zu arbeiten. Von ihrem polnischen Vermieter lernt sie einen besonderen Tanz, der sie in Trance geraten lässt. Athena lehrt diese Art zu tanzen ihren Kollegen in der Bank, was deren Produktivität und Lebenseinstellung ändern lässt.

Die Große Mutter

Von der Arbeitsstelle in der Bank nicht mehr ganz ausgefüllt, zieht Athena mit ihrem Sohn nach Dubai, um als Immobilienmaklerin Geld zu verdienen. In der Wüste Dubais trifft sie auf einen Beduinen, der ihr die Kunst der Kalligraphie lehrt. Auch in dieser – im Gegensatz zum Tanz – ruhigen Kunst offenbart sich ihr eine höhere Macht. Athena beschließt, die »Lücke« in ihrem Leben zu schließen, und sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter zu machen.

In Rumänien trifft sie dann auf die Schottin Edda, die später Athenas Meisterin wird. Nachdem Athena ihrer leiblichen Mutter begegnet ist, fühlt sie wider Erwarten immer noch eine Leere in sich – und wendet sich an Edda. Die macht ihr klar, dass Athenas Aufgabe sein sollte, Schüler zu finden, und die Lehre der Großen Mutter zu verbreiten.

In einer Londoner Theatergruppe findet Athena schließlich erste Anhänger für den Kult. Die Versammlungen werden immer besser besucht, in denen Athena neben Tanzritualen den Teilnehmern unter Trance persönliche Prophezeiungen macht. Was letztendlich dazu führt, dass der örtliche Reverend seine Gemeindemitglieder zum Widerstand auffordert – die Gesellschaft ist für derartige Kulte und alternative religiöse Lehren noch nicht bereit.

Bunter Flickenteppich aus Weisheiten

Soweit die Rahmengeschichte, die Paulo Coelho eigentlich ausschließlich dazu dienen soll, seine Aphorismen und Weisheiten unterzubringen. So verleiht er keiner seiner Figuren einen ausgeprägten oder interessanten Charakter, sondern macht sie lediglich zu Sprachrohren seiner zu vermittelnden Gedanken. Im Mittelpunkt stehen dabei Naturreligion, Animismus und Feminismus. Was nicht heißen soll, dass er die vereinfacht dargestellten Inhalte nicht auch mit Bibelzitaten abrundet.

So bleibt dem Leser im Endeffekt ein bunter Flickenteppich aus Lebensweisheiten und Weltanschauungen. Gerade in früheren Werken hat Paulo Coelho die Gratwanderung zwischen Geschichte und philosophischen Gedanken besser gemeistert.

Bewertung: 3 Sterne

Datum: 2. April 2010

Ein Leserbrief zu “Paulo Coelho – Die Hexe von Portobello”

  1. klingt ziemlich interessant. dieses werk werde ich auf jeden fall lesen. die bücher von paulo coelho finde ich absolut lesenswert.

    donna am 6. April 2010 (» zitieren)

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