Rezension

Leonie Swann – Glennkill

Leonie Swann - Glennkill

Achtung, jetzt wird’s Schaf: Der irische Schäfer George Glenn liegt tot mitten auf der Weide. Aus seiner Brust ragt ein Spaten. »‚Gestern war er noch gesund‘, sagte Maude. Ihre Ohren zuckten nervös.« Die Schafherde ist beunruhigt – wer hat ihren Schäfer umgebracht und warum? Sie möchte den Fall lösen und beschäftigt sich dafür näher mit der komischen Menschenwelt.

Der alte George Glenn hat seinen Schafen vorgelesen – Schundromane, manchmal Krimis. Mit diesen vagen Kenntnissen im Hinterkopf versuchen die Vierbeiner den Fall zu lösen. Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, sammelt fleißig Indizien, Mopple the Whale, das Gedächtnisschaf, merkt sich die Details und Othello, der Widder mit der geheimnisvollen Vergangenheit, ist auch nicht fehl am Platz.

Höchst ironisch und mit viel Wortwitz hat Leonie Swann ihren Debütroman »Glennkill« geschrieben. Die absurde Menschenwelt aus Sicht der rationalen Schafe wird logisch und locker beschrieben und hält mehrere Anekdoten bereit. Schon nach wenigen Seiten kommen die verschiedenen Schafe so sympathisch rüber, dass der Leser Großes erwartet.

Leider werden nur phasenweise die hohen Erwartungen erfüllt, viele Stellen ziehen sich in die Länge und sind für den Charme des Buches eher kontraproduktiv. Die stets lustigen, teilweise auch nachdenklichen Beschreibungen der Autorin bügeln das zwar wieder aus, trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack.

Lesenswert ist »Glennkill«, der erste Schafskrimi der Welt, trotzdem – sind die Schafe doch einfach zu sympathisch, um nicht gelesen zu werden.

Datum: 11. September 2008

2 Leserbriefe zu “Leonie Swann – Glennkill”

  1. Hi Ho,

    das hört sich ja mal interessant an. Schafe die einen Mord aufklären, so etwas habe ich noch nicht gelesen, deswegen landet das Buch jetzt mal auf die Liste der Bücher, die ich unbedingt lesen muss, weil das interessiert mich jetzt doch.

    viele grüße

    sven

    Sven am 18. September 2008 (» zitieren)

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