Drumherum

Tiny Tales – Literatur in 140 Zeichen

Um den Grimme Online Award zu gewinnen, muss man kein Buch schreiben. 140 Zeichen und eine gute Portion Kreativität reichen aus, um mehr als 9.000 Leser zu begeistern und die Juroren zu überzeugen. Florian Meimberg twittert unter @tiny_tales »Kurzgeschichten«, die meist aus nicht mehr als zwei Sätzen bestehen.

Eigentlich sind es immer nur Fragmente, völlig aus dem Zusammenhang gerissene Satzgebilde. Doch reichen sie aus, um zu unterhalten – vor allen Dingen weil sie die Phantasie der Leser anregen. Ein Beispiel: »Till zögerte. Dann drückte er auf den seltsamen Knopf. Es folgte, was 13,7 Milliarden Jahre später als „Urknall“ bekannt sein würde.«

Unweigerlich bildet sich im Kopf des Lesers ein Bild, eine Geschichte. Er versucht die Sätze in einen größeren Zusammenhang zu bringen, fragt nach dem Davor und Danach. Das ist das reizvolle an der kompakten »Literatur« in 140 Zeichen. Sie ist vielfältig, überraschend, kreativ und kurzweilig. Sie ist es wert, mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet zu werden. Und mehrmals in der Woche gelesen zu werden.

Twitter: @tiny_tales
Link: Grimme Online Award – Preisträger 2010

Datum: 8. Juli 2010

2 Leserbriefe zu “Tiny Tales – Literatur in 140 Zeichen”

  1. Oh die sind ja super! Das nenn ich mal Kunst.

    Haha, wie passend:
    »Er sah Kevin-Prince Boateng fest in die Augen. „OK, abgemacht. Aber nur den Knöchel!“ Ballack seufzte. Verdammte Flugangst …«

    Miss Bookiverse am 8. Juli 2010 (» zitieren)

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