Rezension

Robert Musil – Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Robert Musil - Die Verwirrungen des Zöglings Törleß

Um die Entwicklung des jungen Törleß geht es in Robert Musils Debütroman »Die Verwirrungen des Zöglings Törleß«. Seine gutbürgerlichen Eltern schicken ihn in ein berühmtes Konvikt, ein Internat, um ihn vor den »verderblichen Einflüssen einer Großstadt zu bewahren«. Törleß tritt als eher passive Figur auf, die eher die Handlung beschreibt und nur selten aktiv wird. Sein Erwachsenwerden, vor allem seine seelische Entwicklung steht im Vordergrund dieses Romans.

Beineberg und Reiting, zwei Freunde Törleß‘, erwischen den Mitschüler Basini beim Stehlen. Jedoch melden sie dies nicht wie üblich dem Direktor, sondern wollen ihn mit dem Wissen als Druckmittel quälen und bestrafen. Reiting, angehender Offizier, erprobt seine Macht über andere Menschen, verkörpert den typischen Tyrannen, während Beineberg auf psychischer Ebene versucht, Basini zu brechen.

Mehr Charakterstudie als Roman

Törleß nimmt die beobachtende Position ein und steht zwischen den Idealen seiner Eltern und den verschiedenen Ansichten Beinebergs und Reitings. Dabei wird hauptsächlich seine psychologische und seelische Entwicklung beschrieben. Zwar nimmt auch Törleß zeitweise die Position Beinebergs, beziehungsweise Reitings ein, allerdings eher um seine Seele näher zu erforschen.

Robert Musil beschreibt diese Entwicklungen auf ansprechender Weise, schreibt eher eine Charakterstudie als einen Roman mit Handlung. Diese ist nämlich eher nebensächlich. Machtmissbrauch, Gruppendynamik und ethische sowie philosophische Fragen werden in »Die Verwirrungen des Zöglings Törleß« thematisiert.

Übrigens ist der Roman Pflichtlektüre in NRW für den Deutsch LK sowie GK und relevant für das Zentralabitur 2009 und 2010.


Datum: 27. September 2008

4 Leserbriefe zu “Robert Musil – Die Verwirrungen des Zöglings Törleß”

  1. Oh, ich liebe dieses Buch und bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt von Musils Sprache und seiner intelligenten Art, die Entwicklung von Törleß zu schildern. Ich freu mich schon richtig auf »Der Mann ohne Eigenschaften« (auch wenn ich noch ein Weilchen damit warten werde, bis ich das lese) weil ich mir gern vorstelle, dass es mindestens genauso gut ist (und dann auch noch so herrlich lang!).

    Eva am 27. September 2008 (» zitieren)
  2. Ja, Musil und vor allem seinen Mann ohne Eigenschaften sollte man immer wieder mal lesen. Es lohnt sich.

    Tobby am 21. November 2008 (» zitieren)
  3. Ich habe dieses Buch am Anfang nicht wirklich gemocht. Das kann daran liegen, dass es mir vielleicht die Augen geöffnet hat. Vielleicht ist das der Grund, weshalb es bei vielen Schülern nicht gut ankommt? Es schildert, wie Jugendliche denken, wie sie handeln, wie sie sich wirklich fühlen und das nicht auf kitschige Art und Weise sondern so wie es ist. Ich kann verstehen, wenn man sich nicht gerne damit auseinandersetzt, aber meiner Meinung nach, ist diese Erzählung eine gelungene Untersuchung des Charakters eines Jugendlichen. Auch wenn Musil nicht unbeding wollte, dass man es als solche sieht.

    Chrizzy0789 am 11. Juli 2009 (» zitieren)
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