Rezension

Arno Geiger – Der alte König in seinem Exil

Arno Geigers Vater ist an Alzheimer erkrankt. Nach und nach verlassen ihn die Erinnerungen, alltägliche Handlungen werden zu Problemen, die Umgebung und die Menschen werden ihm fremd. Dass sein Leben trotzdem noch lebenswert ist, hält Arno Geiger auf beeindruckende Art und Weise in »Der alte König in seinem Exil« fest.

Arno Geiger belässt es nicht bei einer Beschreibung des Krankheitsverlaufes. Er gibt einen Einblick, wie er und seine Familie sich langsam an die neue Situation gewöhnt, und gelernt haben, damit umzugehen. Und nicht zuletzt porträtiert Geiger seinen Vater auf liebe‑ und würdevoller Weise – und hält fest, wie er ihn in dieser Lebensphase noch einmal neu kennen und lieben gelernt hat.

Berührende Geschichte mit Charme

Bei der Erzählung bleibt er nicht bei einer chronologischen Auflistung von Ereignissen, sondern vermischt Kindheitserinnerungen mit Familiengeschichte und Eindrücken aus der Zeit der Krankheit. Viele geschilderte Situationen wirken zugleich traurig, skurril und komisch. »Doch wenn man genau hinhört, vernimmt man neben der Komik, die befreiend ist, auch die Beunruhigung und die Verzweiflung. – Und immer öfter blieb die Komik aus«, schreibt Geiger an einer Stelle.

Eben diese Mischung aus Ernsthaftigkeit und Komik macht neben den vielen unvergleichbar lyrischen Satzfragmenten des Vaters den besonderen Charme dieser berührenden Geschichte aus.

Datum: 5. Juli 2011

Ein Leserbrief zu “Arno Geiger – Der alte König in seinem Exil”

  1. Ich hab schon viel Gutes über das Buch gehört und diese Rezension bestärkt mich noch einmal in meinem Entschluss, es zu kaufen. Danke!

    Birgit_Wo am 5. Juli 2011 (» zitieren)

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