Drumherum

Social Reading mit Readmill

Auf das Start-up Readmill habe ich vor rund einem Monat schon kurz hingewiesen. Da war es noch in der geschlossenen Beta-Phase. Mittlerweile kann sich jeder registrieren – und für Freunde des digitalen Lesens kann die Plattform ziemlich interessant sein.

Lesen ist im Grunde genommen ein einsamer Prozess. Da gibt es den Leser und das Buch. Und das war’s meistens auch schon. Readmill möchte das ändern und den Leseprozess mehr in die Öffentlichkeit rücken. Der Nutzer kann anderen Nutzern zeigen, welches Buch er gerade liest, an welcher Stelle er gerade ist und vor allem Zitate und Anmerkungen aus dem Buch teilen. Markierte Textpassagen können wiederum von anderen Nutzern kommentiert werden. So kann der eigentlich einsame Leseprozess ganz schön gesellig werden.

Einladend und durchdacht

Amazon bietet für Kindle-Nutzer mit der nicht so bekannten kindle.amazon.com-Seite einen recht ähnlichen Service an. Allerdings wirkt Readmill schon optisch einladender und durchdachter. kindle.amazon.com sieht nach Pflicht aus, Readmill nach Kür.

Plattformübergreifend soll Readmill funktionieren. Das stimmt so noch nicht ganz, allerdings ist das Team auf einem guten Weg dahin. Bisher gibt es eine iPad-App, mit der man E-Books lesen und sofort Inhalte auf Readmill teilen kann. Das ist der komfortabelste Weg. Jedoch muss man hier ergänzen, dass nur DRM-freie E-Books im ePub-Format gelesen werden können. Sprich: Bücher die über den Apple iBookstore gekauft wurden können in der Regel nicht mit der App geöffnet werden.

Jede Menge Potenzial

Dann gibt es eine Android-App namens »ReadTracker« die jedoch nur physische Bücher unterstützt. Das heißt: Man liest ein gedrucktes Buch und stoppt nebenbei die Lesezeit. Das klingt wenig überzeugend.

Für Kindle-Nutzer bietet Readmill seit dem Start eine gute Möglichkeit: Lesestatus und Markierungen können von kindle.amazon.com per Bookmarklet importiert werden. Zwar funktioniert dieser Vorgang nicht automatisch, allerdings muss man das ja auch nicht täglich machen.

Sicherlich kann an einigen Ecken noch etwas verbessert werden, gerade was die Plattformunabhängigkeit betrifft. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass es einige Hürden gibt, die erstmal nicht zu überwinden sind. Da Readmill selbst nicht für eine Integration in die gängigen E-Book-Reader sorgen kann, müssen erst einmal Umwege gegangen werden. Festzuhalten ist jedoch, dass jede Menge Potenzial in Readmill steckt.

Link: Readmill

Datum: 8. Dezember 2011

Ein Leserbrief zu “Social Reading mit Readmill”

  1. Bei der Neuordnung meiner Feeds und dem Umzug zu Feedly bin ich auf dein Blog und v.a. diesem doch schon in die Jahre gekommenen Beitrag gestoßen. Ich möchte hinzufügen, dass es auch für iOS einen Tracker für analoge Bücher gibt, der mit Readmill synct: Read More. Ich habe die App bereits vorher genutzt und fand das Tracking meiner analogen Leseerfolge und dem damit verbundenen »Protokoll« nie »wenig überzeugend« – ganz im Gegenteil :-) Da ich keine epubs lese, hilft es mir ein wenig die Übersicht zu behalten, wenngleich ich mir durchaus noch einige weitere Funktionen vorstellen könnte. Liebe Grüße!

    Konstantin [derschoeneblog.de] am 23. Mai 2013 (» zitieren)

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