Rezension

Jussi Adler-Olsen – Das Alphabethaus

An Adler-Olsens Debütroman »Das Alphabethaus« scheiden sich Presse und Leser. Wird er in der Presse hochgelobt, zeigen sich viele Leser enttäuscht. Zum einen, weil der Roman in eine ganz andere Richtung geht als die Krimis »Erbarmen«, »Schändung« und »Erlösung«. Zum anderen, weil er eklatante Mängel aufweist.

Zwei britische Piloten stürzen während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland ab. Um den Krieg zu überleben, geben sie sich als geisteskranke stumme deutsche Soldaten aus. Sie werden in eine Nervenheilanstalt verfrachtet, wo der Kampf ums Überleben im Krankenhaus-Alltag beginnt.

Langatmig, konstruiert, nicht nachvollziehbar

Um den Roman etwas Positives abzugewinnen: Die Geschichte ist originell und der gute Wille des Autors ist erkennbar. Dem Nachwort von Adler-Olsen ist zu entnehmen, dass ihm persönlich viel an dem Thema liegt und er vermutlich viel Herzblut in den Roman gesteckt hat.

Doch das alleine reicht nicht, wenn der Leser mit etlichen Ungereimtheiten, nicht nachvollziehbaren Handlungen und einer Menge konstruierter Zufälle konfrontiert wird. Hinzu kommen seitenlange langatmige Erzählungen, die jede Freude am Lesen nehmen.

Den Durchbruch als Autor schaffte Jussi Adler-Olsen mit der Krimi-Reihe um Carl Mørck vom Sonderdezernat Q – 10 Jahre nach dem Erscheinen seines Debütromans »Das Alphabethaus«. So bleibt der fade Beigeschmack, dass »Das Alphabethaus« hierzulande lediglich als gewinnbringender Lückenfüller veröffentlicht wurde, zwischen dem dritten und vierten Mørck-Krimi. Schließlich war klar, dass nach drei Bestsellern jedes weitere Buch mit dem Autorennamen drauf sich gut verkaufen würde.

Datum: 20. März 2012

2 Leserbriefe zu “Jussi Adler-Olsen – Das Alphabethaus”

  1. Gute Renzension! Kurz knackig auf den Punkt gebracht. Mehr sollte man über diesen Roman auch nicht schreiben, denn es ist verlorene Liebesmühe. Wurde auch bitter Enttäuscht. Ansich eine gute Story, es liest sich aber wie ein »Roman-Versuch«. Man hätte mehr daraus konstruieren und die Charaktere mehr persönlichkeit einhauchen müssen. Naja, für den sommerlichen Poolaufenthalt taugt es allemal. :)

    Philipp am 13. Juni 2012 (» zitieren)
  2. Ich hatte von diesem Roman etwas völlig anderes erwartet und war auch erst enttäuscht. Er konnte mich dann aber doch noch positiv überraschen.

    http://goldndiary.wordpress.com/2013⁄08/07/das-alphabethaus-jussi-adler-olsen/#more-46

    Goldndiary am 2. Januar 2014 (» zitieren)

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