Rezension

Carlos Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes

Es ist schwer, über ein Buch zu schreiben, über das schon viele ihre Meinung geäußert haben. Vor allem, wenn es überwiegend positive Meinungen sind, so wie bei Carlos Ruiz Zafóns »Der Schatten des Windes«. Da wird einem schon schnell vorgeworfen, sich von der Welle der Begeisterung mitreißen zu lassen. Trotzdem probier ich’s mal.

Spanien, genauer gesagt Barcelona, ist der düstere Handlungsort des Romans. Hauptsächlich handelt es sich um die Lebensgeschichte des jungen Daniel Sempere, Sohn eines Buchhändlers, der nach und nach die Lebensgeschichte eines unbekannten spanischen Autors aufdeckt.

Düstere Atmosphäre

Eines Tages führt Daniels Vater seinen Sohn zum geheimen »Friedhof der vergessenen Bücher«. Dort entdeckt Daniel das Buch »Der Schatten des Windes« von einem gewissen Julián Carax. Hin und weg von dem Roman beginnt Daniel Nachforschungen zu betreiben, dringt immer weiter in die Vergangenheit ein und bemerkt Parallelen zwischen dem Leben des Autors und seinem eigenen.

Der spanische Bürgerkrieg und die in Spanien herrschende Diktatur prägen die düstere Atmosphäre in »Der Schatten des Windes«. Nach und nach wird dem Leser klar, dass es sich um eine, meiner Meinung nach mitreißende, Geschichte über Einsamkeit, Verluste, unerfüllte Hoffnungen und Wünsche aber auch Liebe handelt.

Zwei Handlungsstränge

Auf der einen Seite das Leben von Julián Carax, das nicht ohne Grund als verflucht beschrieben wird, auf der anderen das Leben von Daniel Sempere, der Parallelen sieht und gleiche Fehler vermeiden möchte. So sind es zwei Geschichten, die Carlos Ruiz Zafón in seinem Debütroman erzählt, zwei Handlungsstränge, die nach und nach aufeinander zulaufen, bis sie sich schneiden. Beide haben ihren besonderen Zauber, der sich dank der wirklich tolle Erzählweise Zafóns entfalten kann.

In meinen Augen fehlt diesem Werk nichts von dem, was ich von einem genialen Roman erwarte. Nach dem Lesen war ich rundum glücklich, dass meine hohen Erwartungen nicht enttäuscht wurden. Absolute Leseempfehlung, nun also auch von meiner Seite.

Der Fortsetzungsroman »Das Spiel des Engels« erscheint übrigens am Montag, 10. November 2008 – ich bin gespannt!

Datum: 6. November 2008

9 Leserbriefe zu “Carlos Ruiz Zafón – Der Schatten des Windes”

  1. Also, es hört sich jetzt nicht sooo spannend an

    Oliver Rizmanoski am 6. November 2008 (» zitieren)
  2. Was verstehst du unter spannend? Die Dramatik und Stimmung entwickeln sich, die Story ist meiner Meinung nach ziemlich gut aufgebaut, vor allem da es Wendungen gibt und einige Punkte Stück für Stück aufgedeckt werden. Um mich kurz zu fassen ;-)

    Marcel am 6. November 2008 (» zitieren)
  3. Das ist eine persönlichse Sicht. »Aus meiner Sicht«, hätte ich sagen sollen.
    Es sollte einfach heißen, dass es mich nicht anspricht ;-)

    Oliver Rizmnaoski am 7. November 2008 (» zitieren)
  4. Also, mich hat das Buch seeeehr angesprochen. :-) Die Sprache und die Atmosphäre suchen wirklich ihresgleichen. Ich würde ja auch gerne den neuen Roman von Zafón lesen, aber ich denke, da warte ich auf’s TB. Außer, es tut sich mal irgendwo ein Gutschein auf oder so. ;-)

    Nina am 13. November 2008 (» zitieren)
  5. Mich hatte überrascht zu sehen, dass dieses Buch die „Read it Best Reader Liste“ anführte (oder eher gesagt war ich überrascht, dass ich dem Buch bisher keinerlei Beachtung geschenkt hatte). Deshalb steht es jetzt auf meiner „Zu Lesen Liste“ ganz oben.

    Mart am 20. November 2008 (» zitieren)
  6. Ich kann dieses Buch auch nur wärmstens empfehlen und es ist auf JEDEN FALL spannend!

    Wer meine Rezension dazu lesen will klickt auf den Link oben. Recht viel anderers als Marcel hab ich allerdings auch nicht zu sagen. Ich war auch begeistert von dem Buch.

    Rainer am 11. Dezember 2008 (» zitieren)
  7. Hi!

    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen, welcher mir wirklich gut gefällt! Vor allem finde ich es super, dass bei dir alles so geordnet wirkt, fast wie ein super aufgeräumtes Zimmer. Da muss ich mir was abschauen ;)
    Aber jetzt zum Thema: Immer wieder lese ich, dass das Buch empfehlenswert ist. Dennoch traue ich mich nicht drüber. Einmal habe ich damit begonnen, fand die ersten paar Seiten auch ziemlich gut, aber dann wurde es langweilig. Kann an meinem Spanisch liegen, oder auch nicht. Ich habe aber gehört, dass es nach den ersten 100 (?) Seiten besser werden soll… Nun ja, mal sehen

    lg
    Marimirl

    marimirl am 12. Oktober 2009 (» zitieren)

Einen Leserbrief schreiben

Hinweis: Dein erster Kommentar in diesem Blog muss erst freigeschaltet werden und wird nicht sofort unter dem Artikel angezeigt. Nicht erwünscht sind werbliche Kommentare und Begriffe im Namen-Feld, die der Suchmaschinenoptimierung dienen.