Rezension

Matt Ruff – Fool on the Hill

Matt Ruff - Fool on the Hill

„Fool on the Hill“ ist unglaublich, verrückt und ziemlich toll. Es ist gar nicht so leicht, in Worte zu fassen, worum es in Matt Ruffs Erstlingswerk überhaupt geht. Gut, man könnte sagen, dass es ein Universitätsroman ist, eine Geschichte über die Cornell University, Ithaca, an der er selbst studiert hat. Aber das hörte sich zu unspektakulär an, ließe das farbenreiche Buch zu matt erscheinen.

„Fool on the Hill“ ist kein gewöhnlicher Roman. Er weist zwar hier und da gewöhnliche Romanmerkmale auf, hat aber auch einen ordentlichen Schuss Science Fiction und Fantasy abbekommen, liest sich in vielen Teilen wie eine Parodie. Er spiegelt Facetten des Uni-Lebens an der Cornell University wider, bezieht sich an vielen Stellen auf andere, bekannte literarische Texte – und diese verrückte Mischung macht das Buch so besonders. Matt Ruffs erster Roman war übrigens zugleich seine Magisterarbeit im Fach „Creative Writing“ an der Cornell University in Ithaca.

Studenten, Kobolde, Katzen & Hunde

Um wenigstens etwas auf die Handlung einzugehen: Zum einen gibt es eine Art Rahmengeschichte, die vom Geschichtenerzähler Mr. Sunshine handelt, einem „wahren griechischen Original“. Dieser wiederum erzählt die Geschichte von Stephen Titus George – auch Geschichtenerzähler und synonym mit dem „Narr auf dem Hügel“. Dann gibt‘s da noch die Bohemier, eine Studentenverbindung an der Cornell; das kleine Volk, die Kobolde, darunter Puck, Zephyr und Hobart; und, als wäre das noch nicht genug, die Hunde und Katzen – ach, und nicht zu vergessen: die Fieslinge.

George träumt von der Liebe seines Lebens, trifft dann auf Kalliope, die schönste Frau der Welt. Der Kobold Puck kämpft um die Liebe der Elfe Zephyr, während der Kater Blackjack und der Hund Luther den Himmel suchen. Was sich in der Zusammenfassung schon wirr anhört, ist auch beim Lesen anfangs nicht klarer. Doch korrespondieren die einzelnen kleinen Geschichten miteinander, fügen sich zu etwas Großem, bis letztendlich und zwischendurch auch Mr. Sunshine eingreift.

Phantastisch, lustig, frech

Ich konnte mich nicht direkt auf den ersten Seiten mit „Fool on the Hill“ anfreunden – zu ungewohnt war doch der Stil, zu wenig wusste ich, was ich davon halten sollte. Jedoch las ich mich Seite für Seite rein, wurde immer begeisterter von diesem phantastischen, lustigen und frechen Werk. Nach und nach wurde mir einiges klar, machten sich Türen auf, die vorher verschlossen waren, entwickelte sich ein Verständnis.

Was blieb, war Begeisterung und Respekt vor dem Autor. Ein klasse Gesamtwerk – großartig! Es ist einfach zu empfehlen, weil es so viele Aspekte beinhaltet, so vielschichtig und so anders ist. Ein Buch, das man erleben muss, um es zu begreifen.

Bewertung: 5 Sterne

Datum: 1. Februar 2009

6 Leserbriefe zu “Matt Ruff – Fool on the Hill”

  1. Unglaublich – das ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und ich habe immer noch keine Rezi dazu geschrieben. Wahrscheinlich, weil es wirklich schwer ist, die richtigen Worte für diese grandiose Geschichte zu finden. Dir ist das aber sehr gut gelungen! =)

    Nina am 8. Februar 2009 (» zitieren)
  2. @Nina: Danke! ;-) Lesen sich die anderen Bücher von Matt Ruff ähnlich? Sind sie vom Stil her anders? Hast du da noch was gelesen? :-)

    Marcel am 8. Februar 2009 (» zitieren)
  3. Bislang hab ich von ihm nur noch ‚Ich und die anderen‘ gelesen. Der Stil ist schon ähnlich. Matt Ruff hat auf jeden Fall Wiedererkennungswert. Es gibt in IUDA zwar keine Fantasy-Elemente, aber irgendwie ist es schon surreal. Mir hat’s gefallen. Falls dich meine Rezi interessiert: http://libromanie.de/?p=407

    Nina am 12. Februar 2009 (» zitieren)
  4. Hey Marcel,

    sehr gute Rezi von dir, ich mag das Buch auch unheimlich gern. Allerdings finde ich den Nachfolger noch besser: G.A.S.
    Ich mag den Handlungsort (New York), den flotten und sehr bunten und einfallsreichen Plot, und diese unglaublichen Romanfiguren.
    Versuch es einfach mal!

    Eddie am 30. März 2009 (» zitieren)
  5. @Eddie: Danke für den Tipp! Zurzeit lese ich »Ich und die anderen«, bisher auch super!

    Marcel am 30. März 2009 (» zitieren)
  6. Sehr schön, da freue ich mich auf deine Rezi.
    Leider hat Matt Ruff nur vier Romane geschrieben. Ich lese ihn extrem gerne, und mag seinen Stil und seinen Humor.
    »G.A.S.« ist für mich das witzigste, und »Ich und die anderen« das rührendste Werk.

    Eddie am 31. März 2009 (» zitieren)

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