Rezension

Daniel Kehlmann – Ich und Kaminski

Daniel Kehlmann - Ich und Kaminski

Zöllner, Sebastian Zöllner. Gescheiterter Kunststudent, mittelmäßiger Kunstkritiker und Biograph macht es sich zur Aufgabe, die Biographie des fast vergessenen, ehemals berühmten Malers Manuel Kaminski zu schreiben. Ruhm und Geld, der große Durchbruch, das erhofft er sich. Aufdringlich, dreist und arrogant tritt er auf. Als er dann endlich den Zugang zum alten, verschrobenen Künstler findet, seine zahlreichen Bewacher austrickst und ihn auf eine Reise mitnehmen kann, ändern sich die Positionen der beiden. So umgänglich ist der Maler dann doch nicht.

Schon der Titel sagt viel über den Ich-Erzähler Zöllner, und auch über das ganze Buch aus. Erst er selbst, dann Kaminski. Daniel Kehlmann beschreibt eine herrlich arrogante und selbstliebende Person, die man schon nach den ersten Seiten in‑ und auswendig kennt. Man denkt, es kann gar nicht mehr schlimmer kommen, doch dann tritt Kaminski auf. Ein zurückgezogener, ehemals berühmter Maler, der schnell das Ruder rumreißt.

Eine tolles Buch, voll mit wirren Wendungen, absurden Dialogen und verschrobenen Figuren. Kurzweilig, aber doch sehr lesenswert.

Datum: 11. Juli 2008

6 Leserbriefe zu “Daniel Kehlmann – Ich und Kaminski”

  1. Wenn sie zu derselben Spezies Mensch gehören, welche beim Titel dieses Büchleins pikiert mit dem Zeigefinger daraufgezeigt haben und der Meinung gewesen sind, dass dies nur die Queen sagen dürfe, so stimme ich Ihnen kopfnickend zu.

    Beim Lesen allerdings wird einem rasch klar, weshalb dieser stilistische Fehler vollkommen richtig ist und genau die Schlüsselaussage dieser Story ist.

    Herr Sebastian Zöllner, stellvertretend für die Queen hier, sieht in der ganzen Geschichte nur seine eigenen Probleme; Kaminski der blinde Maler ist dabei stets an zweiter Stelle, so wie auch der Rest der Welt. Dieser Egoismus Zöllners bietet während der Story einige empörte, wenn auch ziemlich makabere und lustige Szenen. Alles in allem eine sehr gelungene Geschichte mit einem überraschenden Schluss und vielleicht auch die Erkenntnis, dass manchmal selbst die Queen ihre Interessen zurücksetzen sollte …

    Linda am 2. September 2012 (» zitieren)

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