Rezension

Christopher Moore – Die Bibel nach Biff

Christopher Moore - Die Bibel nach Biff

Zwischen der Geburt Jesus Christus und seinem Wirken, Tod und Wiederauferstehung klafft in den vier Evangelien eine Lücke von gut 30 Jahren. Niemand weiß so wirklich, wie Jesus seine Jugendzeit verbrachte, wie er zu dem Wortverkünder wurde, den man aus der Bibel kennt. Doch nun soll Levi bar Alphaeus, kurz Biff, die fehlenden Kapitel schreiben – schließlich war er der beste Freund des Sohnes Gottes.

Nach fast 2.000 Jahren wird Biff aus dem Tod gerissen, von einem Engel namens Raziel. Biffs Aufgabe: Seine Erlebnisse mit Josua erzählen und niederschreiben. Biff stand Josua nämlich stets zur Seite und verbrachte die komplette Kindheit und Jugendzeit mit ihm. Er tätigte die ein oder andere Lüge, verteidigte sie gegenüber anderen Dorfjungen und Dieben – nie um einen frechen Spruch verlegen.

Die drei Weisen aus dem Morgenland

Zusammen mit Josua zog er aus Nazareth aus, mit dem Ziel, herauszufinden, wie Josua der Messias werden kann. Wie er handeln und agieren soll – schließlich hat ihm das vorher niemand gesagt. Was läge da näher, als die drei Weisen aus dem Morgenland zu suchen, die schon zu Josuas Geburt nach Bethlehem pilgerten.

Auf ihrer langen Reise wachsen Josua und Biff zu jungen Männern heran, leben zeitweise als Mönche bei Kaspar, werden bei Balthasar verwöhnt und fristen ihr Dasein eine Weile mit Melchior in einer Felsspalte. Genug Möglichkeiten, interessante Erlebnisse und Erfahrungen zu machen.

»Jesus von Nazareth hätte sich über einen vorlauten Begleiter gefreut.«

Christopher Moore erzählt mit viel Witz und Humor die Jugendjahre des Josua von Nazareth. Biff passt wunderbar in die Rolle des besten Freundes, der hier und da eine Sünde für Josua begeht. Wie Moore im Nachwort selber schreibt: »Doch möchte ich gern annehmen, dass sich Jesus von Nazareth auf seiner heiligen Mission über einen gewissen Sinn für Ironie und einen vorlauten Begleiter gefreut hätte.«

An vielen Stellen wird auf Ereignisse in der Bibel angespielt, später werden sie auch aktiv in die Handlung eingebaut – bis hin zur Kreuzigung. Natürlich möchte Moore in erster Linie unterhalten, was er auf wunderbare Weise schafft, denn lustig ist der Roman allemal. Und wenn einigen biblischen Ereignissen Details hinzugefügt oder Erklärungen nachgeliefert werden, so ist es witzig und im Sinne des Romans passend. Ein tolles, unterhaltendes Buch!

Bewertung: 4 Sterne

Datum: 12. Mai 2009

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