Rezension

John Katzenbach – Das Rätsel

John Katzenbach - Das Rätsel

Gewalt, Angst und Kriminalität bestimmen die nahe Zukunft der Vereinigten Staaten. Während tagsüber der arbeitende Teil der Gesellschaft über die Straßen wandelt, beherrscht nachts das Chaos, Gewalt, die Stadt. Eine Ausflucht, einen Hort der Sicherheit, soll der so genannte 51. Bundesstaat bieten. Doch ausgerechnet dort beginnt ein Serienkiller seine mörderischen Taten.

Der 51. Bundesstaat ist ein von reichen Investoren gebildetes und streng überwachtes Konstrukt, das den Bewohnern eins garantieren soll: Sicherheit. Kurz vor der Anerkennung als eigenständiger Staat, wird ein ermordetes Mädchen gefunden – etwas, was es dort eigentlich gar nicht geben dürfte. Die State Security zieht den Psychologieprofessor Jeffrey Clayton zu Rat, der sich auf das Profiling von Serienkillern spezialisiert hat.

Vor 25 Jahren ist ein ähnlicher Mord begangen worden – damals wurde ausgerechnet Jeffreys Vater verdächtigt. Doch dieser sollte längst tot und bei einem Autounfall gestorben sein… Im Laufe der Ermittlungen nähert sich Jeffrey nicht nur dem Mörder, sondern erforscht zugleich seine eigene Vergangenheit. Zeitgleich erhält seine Schwester Susan, anonyme Rätselerfinderin für eine Zeitung, mysteriöse Botschaften. Schnell laufen ihre Geschichten zusammen.

Nicht wirklich zäh, aber streckenweise langatmig

Phasenweise schafft John Katzenbach es, Spannung aufzubauen – doch kurz bevor die Handlung den Leser fesselt, ebbt sie wieder ab, werden Belanglosigkeiten geschildert, wird der Roman Thriller wieder oberflächlich. Nicht wirklich zäh – die Geschichte ist durchweg lesenswert – aber streckenweise langatmig erzählt Katzenbach in »Das Rätsel«.

Das Ende hält kaum Überraschungen bereit; als Leser erwartet man an dieser Stelle mehr, als eine abflachende Spannungskurve – man wartet auf den großen Knall, den es einfach nicht gibt. Trotz allem lässt sich das Buch gut lesen, auch wenn John Katzenbach schon bessere, fesselndere Psychothriller geschrieben hat.

Bewertung: 3 Sterne

Datum: 15. Juni 2009

2 Leserbriefe zu “John Katzenbach – Das Rätsel”

  1. Hallo Marcel,

    deine Rezi bestätigt mich darin, dass ich nicht noch ein Buch von Katzenbach lesen will. «Die Anstalt« habe ich auch schon als langatmig und wenig überraschend empfunden. Dabei waren viele meiner Bekannten absolut begeistert von dem Buch. Hm.

    Nina am 15. Juni 2009 (» zitieren)
  2. Über »Die Anstalt« habe ich auch schon von vielen Seiten gehört, dass es eher ein langatmiges Buch ist. Ganz gut hingegen fand ich »Das Opfer«, in dem meines Erachtens mehr Dynamik drin steckte.

    Marcel am 15. Juni 2009 (» zitieren)

Einen Leserbrief schreiben

Hinweis: Dein erster Kommentar in diesem Blog muss erst freigeschaltet werden und wird nicht sofort unter dem Artikel angezeigt. Nicht erwünscht sind werbliche Kommentare und Begriffe im Namen-Feld, die der Suchmaschinenoptimierung dienen.