Rezension

Christian Kracht – 1979

Christian Kracht - 1979

Erster Schauplatz: Teheran, Iran, 1979. Der Ich-Erzähler und sein Ex-Freund Christopher reisen in die revolutionsbelastete Stadt. Nach einem Drogen-Exzess auf einer Party stirbt Christopher. Daraufhin wird der Ich-Erzähler von einer mysteriösen Person, die er bereits von der Party kennt, ermutigt, nach Tibet zu reisen, um dort den heiligen Berg Kailasch zu umrunden.

Dies sei seine Aufgabe, die er zu leisten hat. Von Sünden loskommen, reinigen, sich selbst oder die Welt. Dort wird er jedoch von der chinesischen Armee aufgegriffen und verhaftet, fortan lebt er als Gefangener in einem Arbeitslager Taklamakan-Wüste. Unter schlimmen Bedingungen, nahe dem Tod fristet er sein Dasein, arbeitet täglich stundenlang.

Christian Kracht listet die Geschehnisse steril auf, sein Protagonist reagiert kaum auf die politischen und sozialen Umstände, lebt scheinbar vor sich hin, ist auf Nebensächlichkeiten fixiert. Eine eher pessimistische, traurige Grundstimmung herrscht auf den Seiten. Allerdings zieht sich das relativ kurze Buch, glänzt mit eher ereignislosen Erzählungen.

Nach der letzten Seite fragt sich der Leser: »Und jetzt? Was möchte mir Herr Kracht sagen?« Erstaunt und doch berührt legt man das Buch zur Seite.

Datum: 17. August 2008

Ein Leserbrief zu “Christian Kracht – 1979”

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