Rezension

Benjamin von Stuckrad-Barre – Soloalbum

Benjamin von Stuckrad-Barre - Soloalbum

Verliebt, verlassen. Nach vier Jahren heiteren Zusammenlebens: Schluss per Fax – miese Situation für den namenlosen Ich-Erzähler. Denn erst als Katharina weg ist, fällt ihm auf, wie sehr er sie doch liebt. Aber sie hat gar keine Lust mehr, hat einen Schlussstrich gezogen, konnte loslassen. Im Gegensatz zum Erzähler.

Er versinkt im Selbstmitleid, kann es nicht fassen, ruft Katharina an, legt auf, weiß nicht mehr ein noch aus. Fängt an Sport zu treiben, probiert’s mit Alkohol und anderen Frauen, aber natürlich kommt keine an »seine« Katharina ran. Nach der Trennung einer tollen Band gibt es schließlich eine unumstößliche Regel: Die folgenden Soloalben werden unweigerlich scheiße.

Unverwechselbarer Stil mit verstrickten Satzkonstruktionen

Zusammen mit seiner absoluten Lieblingsgruppe »OASIS«, bekloppten Parties und nervigen Menschen versucht er, seinen Frust hinter sich zu lassen, zu vergessen. Doch das ist gar nicht so leicht – denn wer weiß, vielleicht will sie ja doch zurück.

Benjamin von Stuckrad-Barre schafft mit »Soloalbum« das Aushängeschild deutscher Popliteratur, erzählt über das klassische Thema Liebe, Verlassen werden, Liebeskummer. Natürlich nicht ohne Seitenhiebe auf die Gesellschaft, zynische Elemente und einer ordentlichen Portion Humor. Ein unverwechselbarer Stil mit Stuckrad-Barres typisch verstrickten Satzkonstruktionen und Formulierungen.

2003 kam der Film »Soloalbum« in die deutschen Kinos. Er basiert auf Stuckrad-Barres Roman, wurde aber filmgerecht umstrukturiert; einige Szenen kamen hinzu, hier und da wurde eifrig gestrichen und hinzugedichtet. Mit Matthias Schweighöfer und Nora Tschirner in den Hauptrollen schafften die Produzenten eine erfolgreiche Liebeskomödie. Anders als das Buch, aber trotzdem, gerade wegen den Schauspielern und den Änderungen, absolut sehenswert.

Datum: 24. August 2008

Ein Leserbrief zu “Benjamin von Stuckrad-Barre – Soloalbum”

  1. Schöner Name, schöner Inhalt, schöner Pop – mehr Berlin, weniger Pop gibt es dafür hier:

    http://laputa-verlag.blogspot.de/2015⁄03/dieses-buch-ist-besser-als-pop.html

    Schöne Grüße! :-)

    Mona S. am 30. Juni 2015 (» zitieren)

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